"Die Stadt als Beute" im Kino

07.09.2016

"Die Stadt als Beute" im Kino

Vier Jahre lang hat Andreas Wilcke mit seiner Kamera die Veränderungen im Berliner Wohnungsmarkt begleitet. Heraus kam der Dokumentarfilm „Die Stadt als Beute“, der ab morgen in den Kinos läuft. Ohne Off-Kommentar und Inszenierungen lässt der Regisseur die verschiedenen Akteure wie Makler, Kaufinteressenten, Politiker und Mieter zu Wort kommen.

Hier eine Mieterin, die mitten in einer Sanierung, von einem Wasserschaden betroffen, verzweifelt nach einem Ansprechpartner sucht. Da ein Makler, der die billigen Eigentumswohnungen anpreist. Dort wird mit einem Lächeln gefragt, ob denn ein Hartz IV-Empfänger am Potsdamer Platz wohnen muss.
Das Thema Wohnen beschäftigt Andreas Wilcke schon länger, vor zwei Jahren wurde seine ARD-Dokumentation „Wem gehört die Stadt?“ ausgestrahlt – mit dem Untertitel: „Wenn das Geld die Menschen verdrängt“. Der Regisseur geht der Frage nach, welche Folgen der Immobilienkaufrausch in Berlin für die Bevölkerung hat. Trotz fehlenden Kommentars wird in seinem neuen Film deutlich, dass Andreas Wilcke die Entwicklungen bedauert, die zu steigenden Mieten, Privatisierung von staatlichem Wohnungsbestand, an den Rand gedrängten Bevölkerungsschichten und Vereinheitlichung des Stadtbildes führen. Das zeigt schon der Titel des Films: Beute ist wehrlos, wird von Raubtieren gerissen oder von Dieben zusammengerafft. Die Verantwortung sieht Andreas Wilcke ganz klar bei der Politik, die bisher viel zu passiv dem Treiben zuschaut und durch kurzsichtige Privatisierung von städtischem Wohnungsbestand und Verkauf von Grundstücken an die Meistbietenden die „Wildwest-Stimmung“ in Berlin noch unterstützt.

Ab 8.9.2016 in den Kinos Acud, Bali, Brotfabrik, Bundesplatzkino, Citykino Wedding, Eva, Filmkunst 66, fsk-Kino am Oranienplatz, Kino Krokodil, Kulturhaus Spandau, Lichtblick Berlin, Sputnik Kino, Tilsiter Lichtspiele, Zukunft.

Am 12.9., 19 Uhr, folgt in der Urania auf den Film eine Diskussion mit Andreas Wilcke, Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg (Bündnis 90/ Die Grünen), und dem Sozialwissenschaftler Andrej Holm.

Weitere Informationen unter www.diestadtalsbeute.com.